FAQ

Was sind ‘chinesische Kräuter’?

‘Chinesische Kräuter’ ist eigentlich eine etwas irreführende Bezeichnung für eine heterogene Sammlung von Pflanzen(Teilen), die ein oder mehrere Behandlungen durchlaufen haben. Es sind also nicht immer unbedingt Pflanzen, die ausschließlich aus China kommen. Spezifisch ist jedoch die eigenwillige Wahl der verwendeten Pflanzenteile (Wurzel, Blatt, Samen, Frucht, Stängel usw.) und die Zubereitungsart. Außerdem werden diese Zutaten fast ausschließlich in Formeln kombiniert.

Was sind chinesische Kräuterformeln?

Historisch entwickelte und erprobte Kombinationen, die ein funktionelles Muster zeigen, das physiologische, körpereigene Funktionen innerhalb des homöostatischen Bereichs unterstützt. Für die klassischen chinesischen Kräuterformeln ist die Auswahl von Kräutern kennzeichnend, die in synergetischem Zusammenhang einander verstärken oder kontrollieren, was eine milde Wirkung garantiert. Auch die raffinierte Kombination aus den Basisgeschmacksrichtungen (bitter, scharf, süß, Salz und Säure) erzeugt ein nuanciertes Gleichgewicht zwischen aufbauender und reinigender Aktivität.

Worin unterscheiden sich chinesische Kräuter von westlichen Kräutern?

Obwohl beide dasselbe Ziel vor Augen haben, ist die Vorgehensweise grundlegend unterschiedlich. Westliche Kräuter werden entweder einzeln oder in kleinen Kombinationen als Infusion verwendet. ‘Chinesische Kräuter’ in der Regel in größeren Kombinationen als Sud (= gemeinsam kochen). Stark vereinfacht kann man behaupten, dass die westliche Kräuterkunde mehr Nachdruck auf das Analytische und die chinesische Kräuterkunde mehr auf das Synthetische legt. Erstere geht von den Inhaltsstoffen der Pflanze aus und sucht anschließend in welchem Bereich diese anwendbar sind. Die chinesische Kräuterkunde geht von der Beobachtung des Bereichs aus und sucht anschließend die Pflanzenbestandteile, die dafür anwendbar sind.

Wie entsteht ein TCM- Trockenextrakt-Granulat?

Die ursprüngliche Zubereitung, fast immer ein Sud in Wasser, wird ausgedampft und also auf eine konzentrierte, visköse Masse reduziert. Diese wird in einen ‘Flow Coater’-Tunnel dispersiert. Gleichzeitig werden Mikropartikel Pulver derselben Pflanze durch den Tunnel gejagt. Das Konzentrat haftet sich an das Pulverteilchen und das entstandene Granulat wird anschließend vollständig dehydriert. Für die Produktion von 10 kg Trockenextrakt sind zwischen 50 und 60 kg Rohkräutermaterial erforderlich. In jeder Phase gibt es eine in-proces-Kontrolle um zu prüfen, ob das gesamte chemische Profil der ursprünglichen Lösung bis zum Endprodukt erhalten bleibt.

Mit anderen Worten: Das Granulat muss 100% phyto-äquivalent sein (das bedeutet, dass das chemische Profil mit der zubereiteten wässrigen Lösung identisch sein muss) und auch maximal bio-äquivalent (d.h. dass die Bio-Verfügbarkeit sowohl qualitativ als auch quantitativ auch mit der wässrigen Lösung vergleichbar sein müssen.)

Welches ist der Unterschied zu anderen Extrakten (hydro-alkoholische, alkoholische und superkritische Extrakte) und anderen Zubereitungsweisen (Puder, Tinkturen, hydrophile Konzentrate usw.)

Der traditionelle Sud ist, außer einigen Ausnahmen, immer die Referenz um auf die spezifischen Eigenschaften, Wirkungsmechanismen und eventuelle Risikobeurteilungen nach der traditionellen Literatur verweisen zu können.

Die standardisierte Verwendung unbearbeiteter gemahlener Kräuter (Pulver), hydroalkoholischer, alkoholischer und superkritischer Extrakte, Tinkturen usw. hat wenig oder nichts mit dem homöostatischen Bereich zu tun, wie in der traditionellen Literatur beschrieben:

  • das chemische Profil ist grundliegend abweichend von der traditionellen Referenz (Totum, Totalspektrum).
  • Die Bioverfügbarkeit ist qualitativ und quantitativ unterschiedlich.
  • Das Sicherheitsprofil ist nicht vergleichbar und nicht traditionell erprobt. Die traditionelle Literatur gibt sehr spezifische Anweisungen, wenn es nützlich oder notwendig ist eine andere Zubereitungsmethode anzuwenden. Und zwar aus Qualitäts- und/oder Sicherheitsgründen. Das lineare Standardisieren einer traditionellen Zubereitung zu einem Cocktail aus Monokomponenten hat keinerlei Mehrwert und verfälscht das traditionelle Sicherheitsprofil.

Wie nimmt man die Extraktgranulate am besten ein?

Die meisten Patienten mischen die Granulate mit warmem Wasser und trinken die Mischung zwischen den Mahlzeiten. Aufgrund des Geschmacks kann es bei Kindern eventuell empfehlenswert sein, die Granulate unter Speisen (wie Apfelmus) zu mischen.

Welche Dosis wird empfohlen?

Sowohl für die Extraktgranulate als auch die Kapseln oder Tabletten wenden Sie sich bitte an Ihren Therapeuten.

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